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Das August-Vorwort: Kampf wider die Intelligenz

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie werden sich bestimmt erinnern, dass ich im vergangenen Monat etwas von verantwortungsbewusstem Handeln geschrieben habe, auch und vor allem mit dem Blick auf die Mitmenschen.

Nun, heute frage ich mich, warum ich das überhaupt zu Papier gebracht habe. Nur wenige Tage nach Erscheinen der letzten Ausgabe durften wir aus den Medien erfahren, dass erst einmal ordentlich Party gemacht wurde in dieser Ecke auf Mallorca, die wenig für Kultur, leider aber für viel Alkohol bekannt ist. Im Prinzip ist gegen Party nichts einzuwenden; mag ein jeder feiern, wenn er möchte. Aber verantwortungsbewusst ist anders. Der Verzicht auf die geltenden Schutzmaßnahmen zeugt nicht gerade von einem Bewusstsein für den Ernst der Lage. Schon gar nicht von Rücksicht, denn die dortige Kneipenszene wurde wieder stillgelegt. Herzlichen Glückwunsch! Andere müssen ja nicht genießen, Hauptsache ich!

Ich habe ja nicht erwartet, dass auch nur ein Feierwütiger ausgerechnet mein Vorwort liest; das wäre wohl zu viel verlangt. Doch auf den Einsatz der grauen Zellen hatte ich schon ein wenig gehofft.

Einmal ganz davon abgesehen, dass ich persönlich dieses Verhalten für überaus egoistisch halte, denke ich auch, dass es nicht sonderlich intelligent war. Vor allem vor dem Hintergrund, dass auch die Spätfolgen der Krankheit noch nicht bekannt sind.

Nun bin ich kein Virologe oder Epidemiologe, aber halte mich für einigermaßen lernfähig. Und wenn es Vermutungen gibt, die auf weitere Gefährdungen hinweisen, ist eine gesunde Skepsis oder in diesem Fall ein gesunder Abstand vielleicht nicht ganz verkehrt.

In unserer ­Samtgemeinde haben wir bis zu diesem Zeitpunkt wenige Fälle ­gehabt. Niemand von uns weiß dabei genau, ob es vielleicht nur Glück war oder den ergriffenen Maßnahmen geschuldet. Allerdings gibt es Länder, welche die Lage nicht so ernst genommen haben. Dort sterben die Menschen leider zu Tausenden. Man könnte daraus etwas ableiten, muss es aber natürlich nicht. Es könnte ja auch alles nur eine List sein, um die Menschen ihrer demokratischen Freiheiten und Rechte zu berauben.

Doch jetzt, da die Medien den Gaul Covid 19 reichlich abgeritten haben, finden sie endlich wieder Zeit, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Und da sticht uns eine neue Sensation ins Auge: Rassismus! Nach me-too und Corona die nächs­te Sau, die man durch das Dorf treiben kann. Und wie immer gibt es Menschen, die sich an das Thema anhängen. Andy Warhol hatte einst gesagt, dass jeder Mensch einmal für eine Viertelstunde berühmt sein würde. Ist es vielleicht nur die Suche nach der Gelegenheit für diese kurze und doch so unwichtige Berühmtheit, die dazu führt, dass sich ansonsten völlig unbedeutende Personen in den Vordergrund spielen, indem sie die Opferrolle einnehmen?

Klar, Menschen fallen gern auf die Opferrolle herein. Beispiele für gelungene Opferinszenierungen gibt es selbst bei uns genug. Doch sollte man nicht einfach mal die Kirche im Dorf lassen? Ich hatte vor einigen Tagen in diesem einen (a)sozialen Netzwerk meine Meinung hierzu geäußert. Bekannt ist inzwischen, dass (auch sachliche) Kritik gern mit der Rassismuskeule erschlagen wird. Zumindest dort, wo sich Nazi- und andere Keulen nicht einsetzen lassen. Nun finde ich aber, dass man viel weiter käme, wenn von allen Seiten einmal mit ein wenig mehr Sachlichkeit diskutiert würde. Doch genau dies passiert nicht. Sind die eigenen Argumente zu schwach, kommt die populistische Keule – von beiden Seiten. Ich persönlich finde dieses Verhalten armselig. Argumentationsschwäche mit Populismus oder auch der Opferrolle zu übertünchen, war doch bisher die Sache dieses Herrn mit dem implantierten Wiesel auf dem Kopf, oder?

»Ach, der nörgelt heute wieder!« werden Sie jetzt gerade denken. Deshalb genug davon. Im letzten Heft hatten wir eine Umfrage gestartet; es ging dabei um Belieferungszuverlässigkeit und die Themen, die Ihnen besonders in unserem Magazin gefallen. Den vielen Einsendern sagen wir an dieser Stelle herzlichen Dank für die Mühe. Uns hat das Ergebnis durchaus geholfen, denn wir wissen jetzt, was Ihnen zusagt und was wir noch dazu machen könnten. Und wir wissen jetzt besser, wo es mit der Belieferung hakt. Diese Erkenntnisse sind wertvoll für uns. Deshalb haben wir uns entschlossen, diese Umfrage, vielleicht etwas modifiziert, in unregelmäßigen Abständen zu wiederholen. Und das auf allen Wegen, also in Papierform und auch online über unsere Website. Achten Sie einfach auf die nächste Ankündigung.

Unsere www.bevenser-nachrichten.de-Website hat sich übrigens ebenfalls gewaltig verändert. Nicht nur, dass Sie mehr über uns erfahren, auch die aktuelle Ausgabe finden Sie als ePaper zum Umblättern. Und dies immer unter »Startseite/BN aktuell«. Unser Vorwort wird Sie dann ebenfalls online begleiten.

Sollten Sie allerdings ältere Ausgaben suchen, werden Sie enttäuscht. Die vielen Vorschriften, u. a. auch die DSGVO, machen es sehr schwer, diesen Service anzubieten. Sie haben aber immer die Möglichkeit, uns anzuschreiben, wenn Sie eine bestimmte Ausgabe suchen.

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Aber stöbern Sie lieber nicht so viel im Netz. Draußen scheint die Sonne, es ist Sommer und Urlaubszeit. Also genießen Sie die schönste Zeit des Jahres!

Ihr

Jürgen Schliekau, Herausgeber

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